Schlagstock statt Sozialarbeit

Mit 1. Juni 2010 startet der Umbau der Karlsplatzpassage. In einem ersten Schritt planen Wiener Stadtregierung und Polizei die Entsorgung von Obdachlosen und Drogensüchtigen. Basierend auf dem eben beschlossenen neuem Wiener Landessicherheitsgesetz, soll innerhalb eines Monats der Karlsplatz ’sauber‘ werden. Wer verwahrlost aussieht muss weg. Mit oder ohne Polizeigewalt. Wer zurückkommt muss mit 700€ Strafe rechnen.

Michael Dressel, der Drogenkoordinator der Stadt Wien sagt diesbezüglich in einem Standard-Artikel bewusst die Unwahrheit, wenn er davon spricht, „es sei keine Rede davon, dass die Leute vertrieben werden, sondern man wolle ihnen bessere Betreuungsverhältnisse anbieten“, erhielten doch die betroffenen Sozialarbeiter im Dienstweg gegenteilige Informationen.

Schlagstock statt Sozialarbeit. Bis zu 4000 täglich getauschte Spritzen, rund 800 mühsam aufgebaute Kontakte in der Beratungsstelle am Karlsplatz gehören der Vergangenheit an. Spätestens ab 1.Juli muss die gegenwärtig offen stehende Tür der Beratungsstelle geschlossen sein. Häupl und Stenzel erfüllen sich in Vorwahlzeiten den Traum nach Harmonie auf einem seit Jahren bestehenden Brennpunkt. Problem wird damit keines gelöst. Doch darum geht’s nicht. Aus den Augen aus dem Sinn.

Die Situation am Karlsplatz war nicht immer schön anzusehen. Doch jetzt werden Drogenkranke gänzlich ihrem Schicksal überlassen und auf Wien verteilt. Zu glauben, die Karawane ziehe einfach weiter, widerspricht sämtlichen Erfahrungen der aufsuchenden Drogenarbeit. Selbst wenn, wäre die übergangsmäßig geschaffene Beratungsstelle am Wiedner Gürtel („TaBeNo“), von Beginn an heillos überfordert.

Zurecht äußern, wie der Standard berichtet, Experten aus dem Drogenbereich dramatische Gesundheitsbedenken. Nicht nur für Drogenkranke. Ohne Spritzentausch landen diese möglicherweise in Kinderhänden. Aber Hauptsache der Karlsplatz ist sauber.

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3 Antworten zu “Schlagstock statt Sozialarbeit

  1. Johannes Kleinrath

    Michael Dressel spricht aus Sicht des Drogenkoordiantors – in dieser Funktion will er sicher keine Vertreibung sonder eine Umschichtung … auch wenn das Therapietechnisch schlecht ist.
    Er ist nicht Hauptverantwortlich für die Landesgesetzgebung, die dieses menschenverachtende Gesetz beschlossen hat.
    meine 0,02 €

  2. martin margulies

    @johannes

    michael dressel ist denke ich überhaupt nicht dafür verantwortlich – aber er sagt ggü. dem standard die unwahrheit, wenn er davon spricht, dass die leute nicht vertrieben werden sollen

  3. Einfach nur mal DANKE !

    Vielen Dank dass es jemand gibt der uns an der giftigen SPÖ Brühe die da im Hintergrund läuft (Initiativantrag ) teilhaben lässt. Bitte mehr davon!

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