Es tut mir leid

Überraschung in Wien. In einer eilig einberufenen Pressekonferenz entschuldigt sich Wiens Finanzstadträtin Renate Brauner bei der Bevölkerung.

„Bedauerlicherweise haben unsere Fremdwährungskredite (rund 975 Mio. Schweizer Franken) in den ersten acht Monaten einen Verlust von 95 Mio. Euro verursacht. Dieser Teil unserer Schulden ist somit seit Jahresbeginn 2010 von 657 Mio. Euro auf 752 Mio. Euro angewachsen – ohne Gegenwert. Es tut mir leid, dass ich die Warnungen der Grünen wie schon so oft in den Wind geschlagen habe. Schließlich haben wir alle ja schon 2008 aus eben diesen Geschäften einen Verlust von 60 Mio. Euro hinnehmen müssen, der auch im Vorjahr nicht aufgeholt werden konnte.“

Bezüglich eines möglichen Verlustausgleiches lässt Brauner aufhorchen indem sie ankündigt weiter zu machen wie bisher.

Bislang hatten wir nur Pech, der Schweizer Franken wird wieder fallen – mit etwas Glück holen wir 155 Mio. Gesamtverluste seit 2008 wieder auf. Jedenfalls aber bin ich bereit weiterhin die schwere Bürde der Verantwortung zu tragen. Schließlich war es ja nicht mein erster Fehler.“

Aufhorchen lässt eine Bemerkung der Finanzstadträtin über potentielle Einsparungsmöglichkeiten. Nimmt sie doch bezug auf die seitens der Grünen immer wieder kritisierte Verschwendung von Budgetmittel betreffend Werbeausgaben der Stadtregierung.

„Es stimmt – die Werbeausgaben der Stadt Wien haben sich in den vergangen fünf Jahre mehr als verdoppelt. Nimmt man meine Unternehmen dazu (Anm.: Wiener Stadtwerke, Wien Holding, usw.) sind es knappe 80 Mio. Euro. Schließlich will ich der Bevölkerung auch verdeutlichen, wie super die SPÖ-Stadtregierung für sie sorgt. JA:WIEN steht für Großes, wird inseriert und leuchtet von Rolling Boards der GEWISTA. Doch nach der Wahl ist Schluss damit – dann wird gekürzt.“

Einen kleinen Seitenhieb auf die ewig nörgelnde Opposition kann sich Brauner gegen Ende der Pressekonferenz doch nicht verkneifen, und nimmt gleich die GEWISTA als Beispiel. Diese sei übrigens ebenso wie ECHO bzw. VWZ-Verlag (Anm.: alles Unternehmen an welchen die SPÖ beteiligt ist) ein Beweis dafür, dass die SPÖ doch Wirtschaften könne.

„Weil die Stadt Wien viel plakatieren und inserieren lässt, werfen unsere Firmen auch Gewinn ab. Das schafft Arbeitsplätze und nützt der SPÖ.“

Mit einem „Hallöchen“ ist Schluss. Ohne weitere Fragen zu beantworten, verlässt eine gut gelaunte Finanzstadträtin die fiktive Pressekonferenz.


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5 Antworten zu “Es tut mir leid

  1. Ganz einfache Lösung: künftig müssen halt Finanzstadträte mit 50% ihres Privatvermögens für ihre Entscheidungen haften. Bitte um entsprechenden Antrag im Gemeinderat.

  2. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, geht es hier um eine fiktive(!) Pressekonferenz – oder anders ausgedrückt soll dies eine Kritik an der SPÖ darstellen. Soweit so gut und inhaltlich in Ordnung.

    Allerdings finde ich es unter der Gürtellinie den Eindruck zu erwecken, unsere Geldrätin hätte ebendiese Aussagen so wie sie hier stehen auch tatsächlich gemacht. Das sollten Die Grünen eigentlich nicht notwendig haben sondern mit mit durchaus scharfer Kritik und Vorschlägen agieren.

  3. martin margulies

    sorry – das hab‘ ich nicht bedacht. vielmehr war ich der überzeugung, dass spätestens mit dem einleitungssatz für alle klargestellt wäre, dass die pressekonferenz im gegensatz zu den dargestellten fakten (ja – die fremdwährungsverluste existieren, ja die inseratenausgaben existieren) erfunden ist

    „Überraschung in Wien. In einer eilig einberufenen Pressekonferenz entschuldigt sich Wiens Finanzstadträtin Renate Brauner bei der Bevölkerung.“

    wer renate brauner kennt, weiß dass kann nur ein fake sein.

    lg martin

  4. Martin, vielleicht kannst ja den Satz zur Klarstellung auf „In einer eilig einberufenen IMAGINÄREN Pressekonferenz“ ändern… 😉

  5. ächz, leute, die wollen, daß man über eine satire „satire“ drüberschreibt – wie mache ich eine satire kaputt? genau so! ich schreibe drüber: „achtung, das ist nicht real, das ist satire! bitte lachen!“
    schade ist nur, daß derlei böse texte seit rot-grün hier nicht mehr zu lesen sind…

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