Die Gebührenlüge des Herrn Mitterlehner

Pressestunde. Des Vizekanzlers erster Auftritt in seiner Funktion. Es dauert knapp zehn Minuten und Parteipolitik gewinnt gegen Seriosität. Unterstützt mit Taferln muss wiedermal die ÖVP-Gebührenlüge für einen Angriff auf rot-grün in Wien herhalten.

„Die Botschaft ist, dass rot-grün in Wien sich weniger um die Wirtschaft kümmert sondern eher um Erhöhungen in dem Bereich [gemeint: Gebühren]. … Abgesehen von den anderen Bundesländern hat Wien einfach diese Entwicklung [gemeint: Erhöhung] … Die Frage jetzt bei den Gebühren hab ich additiv gemeint. Es ist jeder, vor allem in Wien sehr stark davon betroffen, von der Dynamik der Steigerung.“

Dazu eine kleine Bemerkung. Es ist eigentlich eines Wirtschaftsministers unwürdig zwischen privatwirtschaftlichen Preisen wie Strom und Gas, Tarif und Gebühren nicht zu unterscheiden nur um brav im Wahlkampfsprech der ÖVP zu bleiben. Die Lügentaferl der ÖVP zu übernehmen, welche fälschlicherweise Preissteigerungen bei Strom und Gas gegenüber 2010 ausweisen passen da so richtig dazu.

Doch jetzt auf zum Faktencheck. Diesmal mit einem kleinen Vergleich mit den Gebühren der tiefschwarzen Heimatgemeinde Mitterlehners, Helfenberg . Wasser, Abwasser und Müllgebühren, diesmal leicht zu vergleichen, sind doch die Berechnungsmethoden dieselben. Wasser und Abwasser nach m³ des Wasserzählers, Müll nach der Anzahl der Abfuhren (wobei für Wien basierend auf wöchentlicher Einsammlung die doppelte Menge des weggeführten Restmülls angenommen wird).

Gebühren für 2014 (2013)

.                          Helfenberg                 Wien

Wasser (m³)        1,77 (1,74)         1,80 (1,73) + 24,15 pro Jahr Wasserzähler

Abwasser (m³)    4,04 (3,76)         1,97 (1,73)

Müll*                295,90 (277,2)    229,32 (220,48)

* Helfenberg 13 x 240l, Wien 52 x 120l im Jahr

Für einen Musterhaushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern bei einem Gesamtwasserbrauch von 150 m³ Wasser und sparsamen Müllverbrauch verursacht dies folgende Gesamtkosten:

.                          Helfenberg                Wien

Wasser (m³)        265,65 (260,70)    294,15 (283,00)

Abwasser (m³)    605,55 (564,30)    295,50 (259,50)

Müll                    295,90 (277,20)    229,32 (220,48)

Gesamt           1167,10 (1102,20)    818,97 (762,98)

Zusammengefasst bedeutet dies: Für dieselbe Leistung bezahlt man in Helfenberg um € 348,13 bzw. um 42,5% mehr als in Wien. 2013 waren es noch € 339,22. Sogar der Abstand wird größer.

Sorry Herr Mitterlehner, fallen sie doch nicht auf die Lügenpropaganda ihrer Wiener Splittergruppe herein. Richten sie doch, so sie dies für richtig erachten, ihre Wünsche nach niedrigeren Gebühren an ihren mit ¾ Mehrheit ausgestatteten Parteifreund in Helfenberg,

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Eine Antwort zu “Die Gebührenlüge des Herrn Mitterlehner

  1. gerald haasmüller

    Eine bescheidene frage: wie viele angeschlossene bei Kanal und Wasser gibt es am Land und wieviele in der stadt? Wo wird der Aufwand für instandhaltung nicht um ein wenig sondern um ein vielfaches höher sein? Hmmm, schon mal nachgedacht? Mfg

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