Fakten zum Compressvertrag – die Auftragsvergabe 2005

In den letzten Tagen erschienen jede Menge Artikel und Beiträge betreffend Auslandskommunikation der Stadt Wien. Dieser und noch folgende Blogbeiträge sollen dazu anregen sich selbst ein Bild zu machen.

Presse, Standard, ORF, ATV

War im Jahr 2005 bei der Vergabe des Zehn-Jahres-Vertrages an Compress wirklich alles in Ordnung?

Glaubt man den Aussagen des sozialdemokratischen Klubobmanns von gestern, dann ja (der Vergleich mit der Bauwirtschaft spricht Bände). Glaubt man einer Kontrollamtsprüfung aus dem Jahr 2006, wohl auch. Glaubt man dem unternehmerischen Hausverstand, dann keinesfalls.

Wobei zumindest Kontrollamt und Hausverstand kein Widerspruch sind. Manche Dinge waren erst im Herbst 2007 erkennbar.

Stadt Wien und Compress arbeiten seit Mitte der 1990er Jahre zusammen. Das Auftragsvolumen der Stadt steigt beständig an. Sind es 1996 noch rd. € 2,2 Mio. jährlich so verdoppelt sich diese Summe bis 2005 auf rd. € 4,4 Mio.

Zwischen 2001 und 2005 beträgt das Auftragsvolumen der Stadt an Compress knapp € 21,8 Mio. Euro. Aus den beim Handelsgericht ausgehoben Bilanzen ergibt sich für die Muttergesellschaft Raduna ein Gewinn von durchschnittlich 10% des Auftragsvolumens bzw. € 2 Mio. innerhalb dieses Zeitraumes.

raduna 2005

Der Compressverlag selbst erzielt im Jahr 2005 einen Gewinn von € 666.000 also knapp 15% des Auftragsvolumens bzw. 18% Gewinnaufschlag (=Gewinn/Auftragsvolumen abzgl. Gewinn)

raduna compress 2005

Eigentlich recht viel für das risikolose Unterfangen des Alleineigentümers Eduard Harant. Schließlich garantiert die Stadt die Bezahlung bei kaum schwankenden Kosten.

Im Jahr 2005 schreibt die Stadt einen neuen 10 Jahres Vertrag aus, welcher bei einer leichten Leistungsausweitung im Endeffekt mehr als eine Verdoppelung des Auftragsvolumens vorsieht.

Jetzt die Preisfrage an alle LeserInnen. Mit welchem Gewinnaufschlag würden sie in so eine Ausschreibung gehen. Mit welchem Gewinnaufschlag würde wohl ein Unternehmen in diese Ausschreibung gehen? Ähnlich wie in der Vergangenheit. Oder doch 20% – oder 30% – oder 40%.

Die Bilanz der Muttergesellschaft Raduna für 2006 gibt darüber Auskunft. Bei Gesamtausgaben der Stadt Wien von € 10,7 Mio. macht sie € 3,7 Mio. Gewinn. Für den Compressverlag selbst, liegt dieser sogar noch um € 1 Mio. höher.

raduna 2006

Oder anders ausgedrückt. Der Gewinnaufschlag des Compressverlages betrug im Jahr 2006 78%.

raduna compress 2006

Sorry, ohne zu wissen, dass man sowieso gewinnt, ginge kein vernünftiger Unternehmer mit diesem Gewinnaufschlag in eine Ausschreibung für ein risikoloses Geschäft.

Fortsetzung folgt

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