Archiv der Kategorie: Steuern

Alles Schulden, oder was ?

Das Wiener Budget für 2015 reduziert sich quer durch die Medienlandschaft auf den Schuldenstand der Stadt. Selbst angeblicher Qualitätsjournalismus
übernimmt unhinterfragt das Credo des Neoliberalismus: Schulden der öffentlichen Hand sind böse. Das Warum interessiert nicht wirklich. Auch nicht ob diese Annahme stimmt.

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Die Gebührenlüge der ÖVP (Teil 2)

Während sich der erste Teil mit den Wiener Gebühren und der diesbezüglichen Märchenstunde der Stadtschwarzen beschäftigt hat, geht es mir im zweiten vor allem um den Vergleich mit anderen Städten. Schließlich bleibt mir die Wiener ÖVP seit mehr als einem Jahr die Antwort schuldig, ob es denn in Österreich eine ÖVP-regierte Stadt mit mehr als 10.000 EinwohnerInnen gäbe, in welcher es sich, die Gebühren betreffend, günstiger lebt als in Wien?

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Die Gebührenlüge der ÖVP (Teil 1)

Die Wiener ÖVP schafft etwas, wozu mich meine Freunde nicht und nicht überreden konnten. Ich schreibe wieder. Ich weiß – gerade jetzt gibt es weitaus bewegendere Themen als „Gebühren in Wien“. Letztendlich ist es aber die aktuelle ÖVP-Kampagne, die meint rot-grün wäre verantwortlich, dass eine Durchschnittsfamilie seit 2010 jährlich mehr als € 400 zusätzlich an Gebühren zahlen müsse, die das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

Zum Beleg dafür schafft die ÖVP eine Durchschnittsfamilie. Familie Maier. Vater, Mutter, Kind. 3.500 kWh jährlicher Stromverbrauch, 1000 m3 Gas. Eine Restmülltonne für 120 Liter, die angeblich 1x pro Woche geleert wird. Pro Tag und Person 130l Wasserverbrauch aber nur ganze 50m3 Abwasser. Auto, Hund, Radio und Fernseher runden das ganze ab.

Schon allein diese Annahme zeigt, dass Juraczka und Freunde sich nicht wirklich ernsthaft mit diesem Thema auseinandersetzen. Weder mit Lebensumständen, noch mit Gebühren.

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Finanztransaktionssteuer – ein erster Schritt, weitere müssen folgen

Um „Fünf nach Zwölf“ hat sich gestern doch noch eine ausreichende Anzahl von Ländern zusammengefunden um mittels „verstärkten Zusammenarbeit“die Finanztransaktionssteuer (FTT) auf europäischer Ebene voran zu treiben.

Ein kleiner Erfolg für uns Grüne – geht dies doch auf unsere Intitiative zurück. Ob’s ein großer wird, muss sich erst zeigen.

Noch ist alles drin – von einer Steuer, die defacto alle relevanten Finanztransaktionen umfasst, Geld in die Kassen der öffentlichen Hand spielt und Kurzfristspekulationen zum Erliegen bringt bis hin zu einer ungewollten aber befürchteten „Placebosteuer“, die niemandem weh tut.

Schließlich kennt sich die Bundesregierung damit aus, die Reichen und Vermögenden nicht wirklich zu belasten. Nichts dokumentiert dies besser als die Abgabe auf Widmungsgewinne. Durch eine kleine Änderung bei der Berechnung der Einkommenssteuer wird deren sinnvolle Besteuerung untergraben.

Es gilt daher vom Finanzministerium raschest die nächsten Schritte klar zu legen um zu wissen in welche Richtung die Reise geht.

Verabschieden sollte man sich jedenfalls von der Vorstellung, die FTT könne als eine Art Krisenfeuerwehr fungieren und bestehende Brände löschen. Dazu bedarf es gesellschaftspolitischer Veränderungen und somit weit aus mehr als einer Abgabe von 0,1% auf Finanztransaktionen.

Vermögenssteuer – jetzt erst recht

Die ÖVP als Schutzpatron der Vermögenden, Reichen und Superreichen. Ihr Generalsekretär Fritz Kaltenegger fordert im Standard vom 12.8.2010 eine diesbezügliche Garantieerklärung des Bundeskanzlers. Keine Vermögenssteuer.

Die SPÖ als schnelle Umfallerin. Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas erklärt im selben Artikel die Kapitulationsbedingungen für den eben erst am Parteitag beschlossen Antrag betreffend Wiedereinführung.

Wer sich das Verhandlungsergebnis zur Mindestsicherung ins Gedächtnis ruft erkennt schnell – verkauft und erledigt.

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Irgendwann ist es genug – Herr Häupl

100.000 Euro täglich – seit Jahresbeginn. Selbst die Bundesregierung kann von solchen Summen nur träumen. Die Werbeausgaben der Stadt Wien scheinen unbegrenzt. Eine Jubelmeldung jagt die andere – allen ist eins gemein. Wien ist super, der Bürgermeister ist super, seine StadträtInnen sind super, die regierende SPÖ ist super.

Wenn meine rot-grün affinen FreundInnen mir den guten Rat geben, doch nicht immer auf die SPÖ los zu gehen, so würde ich diesen gerne beherzigen. Und es stimmt ja auch. Vieles an Wien ist schön, vieles funktioniert. Und vieles was verbesserungswürdig ist bedarf keiner bösen Untergriffe. Aber irgendwann ist es genug.

Wirtschaftskrise, Belastungspakete und Sparwahn dominieren gegenwärtig den politischen Diskurs. Unisono schwören roter Bundeskanzler und schwarzer Finanzminister die Bevölkerung auf’s „Gürtel enger schnallen“ ein. Und auch beim Bürgermeister liegt das „Wiener Belastungspaket“ schon in der Schublade.  Die Größenordnung: immerhin 800 Mio. Euro. Reicht es nicht für eine Grüne Regierungsbeteiligung werden nach der Wahl die Öffis teurer, Wasser-, Abwasser- und Müllgebühren um 20% erhöht, Sozialleistungen gestrichen. Bei der Mindestsicherung wird auf „Teufel komm raus“ kontrolliert.

Doch was macht Michael Häupl angesichts dieser Rahmenbedingungen. Ungeniert, wie niemals zuvor, finanziert sich die Wiener SPÖ aus dem Stadtbudget ihren eigenen Wahlkampf. Direkt durch unzählige Subventionen für eigene Veranstaltungen, Ausstellungen,  Vorfeldorganisationen und Inserate in Parteizeitungen. Indirekt durch die permanente Selbstbeweihräucherung mittels Werbekampagnen der Stadt Wien. Mit täglich 100.000 Euro wird den WienerInnen ins Hirn gehämmert – Wien ist super, Michael Häupl ist super.

„Danke: Wien – Meine Stadt. Unser Wien. Ihr Bürgermeister“ bringt das Faß zum Überlaufen. Während die Armut in Wien unaufhörlich steigt, läßt sich Häupl als Lebensqualitätsweltmeister abfeiern. Natürlich mit finanziellen Mitteln der Stadt.

Liebe SPÖ – mir persönlich ist es egal, was ihr mit euern Parteigeldern macht. Von mir aus könnt ihr auch 50 Millionen Euro an Inseraten verpulvern. Aber macht es mit eurem Geld. Die Stadt Wien ist kein Selbstbedienungsladen.

PS.: Und bevor sich nun die ÖVP die Hände reibt – ihr seid auch nicht besser. Der eine Pröll ist 1:1 der Häupl Niederösterreichs, der andere Pröll verschwendet ebenso wie die SpitzenkandidatIn der Wiener ÖVP als Mitglied der bundesregierung dass Geld der SteuerzahlerInnen für dümmliche Inserate.

Österreich braucht höhere Steuern

Unbestritten, die Rettung des Kapitalismus vor sich selbst hat viel Geld gekostet. Weltweite Konjunkturprogramme verursachten bislang über Jahre verteilt Kosten von rund 2.000 Mrd. US-Dollar. Die Gesamtkosten der Finanzkrise liegen ein vielfaches höher.

Zusätzlich haben Bankenhilfspakete enorme Löcher in die Staatskassen gerissen. Mit einer zentralen Konsequenz. Schulden bzw. Garantien in Höhe Tausender Milliarden Euro wurden aus den Büchern der Banken und Finanzinstitute an den Staat übertragen.

Auch in Österreich haben die Kosten von Konjunkturprogrammen (inkl. Steuerreform 09 – rd. 12 Mrd.) und Bankenhilfspaket (15 Mrd. € – Partizipationskapital, 85 Mrd. € Garantien) die Staatsverschuldung in ungeahnte Höhen getrieben. Und jetzt ist es soweit. Der Ruf nach Sparmaßnahmen ertönt (wie schon seit einem halben Jahr vorhersehbar) immer lauter.

Vor der Krise ist nach der Krise

Die Lernfähigkeit der gegenwärtigen „mainstream“ – Wirtschaftsforschungsinstitute ist begrenzt. Es sind genau dieselben Rezepte, die sie vorschlagen, die ihren Teil zur Krise beigetragen haben. Kürzungen bei Sozialleistungen (Pensionen), bei Subventionen, die „täglich grüßt das Murmeltier – Reformen“ bei Verwaltung und im Gesundheitsbereich. Zu guter Letzt: Privatisierungen.

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Wiener Budget 2010: „Aus der Krise nichts gelernt“

Der Wiener Budgetvoranschlag für 2010 lässt innovative und nachhaltige Wachstumsimpulse vermissen. Vielmehr entpuppt er sich bei genauerer Betrachtung in weiten Teilen als Fortschreibung der vergangenen Jahre. Mehrausgaben gegenüber dem Voranschlag 2009 gibt es vor allem in jenen Bereichen, wo langjährige Verpflichtungen (U-Bahn Bau), Budgetnöte (KAV) bzw. gesetzliche Rahmenbedingungen (Sozialhilfe, Gratiskindergarten) diese notwendig machen.

Angesichts der Mindereinnahmen aus den Ertragsanteilen (€ 493 Mio.) steht jedoch zu befürchten, dass der Umstand ohne dramatische Kürzungen ausgekommen zu sein, lediglich dem Wahljahr 2010 zu verdanken ist.

Zur Kritik im Einzelnen:

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Die ÖVP – eine Gefahr für den sozialen Zusammenhalt

Aus der Krise nichts gelernt – Josef Prölls Rede zum „Projekt Österreich“ entpuppt sich, ihrer zahllosen Floskeln entkleidet, als klassisch neoliberales Programm. Mit Vollgas weiter wie bisher, als hätte es die Wirtschaftskrise nie gegeben. „Sollen doch die Armen die Krise bezahlen“, titelte ich blogmäßig am 25.6. Geht’s nach der ÖVP, wird dies traurige Realität.


Eine Auseinandersetzung mit der Rede des Vizekanzlers lohnt dennoch. Auch um die in nationalistische Gefühlsduselei verpackte, erstaunlich konstant bleibende politische Positionierung, in Erinnerung zu rufen. Wobei gleich zu Beginn seiner Rede – im Anschluß an die Lobeshymne auf Österreich – ein Satz den Kleingeist besser widerspiegelt als eine gesamte Textexegese:


Dieses Österreich ist selbst wie ein mittelständisches Unternehmen im globalen Wettbewerb“ (S 3).


Betriebswirtschaft statt Volkswirtschaft. Wer über die Ursachen der Finanzkrise spekuliert und diese beseitigen will, sollte über den Inhalt dieser Aussage ernsthaft nachdenken. Wer als Finanzminister so argumentiert ist fehl am Platz.


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Weg mit dem Bankgeheimnis!

Natürlich nicht zur Gänze, sondern einzig und allein gegenüber den Finanzbehörden. Private Schnüffler geht’s tatsächlich nichts an, wieviel Geld auf Sparbüchern liegt bzw. in Aktien oder sonstigen Wertpapieren veranlagt ist.

Dabei gilt das Bankgeheimnis doch schon jetzt nur für alle jene, die tatsächlich über frei disponierbares Einkommen verfügen, wie jede/r weiß, der schon einmal einen Kredit beantragt hat. Anderen Banken, dem Kreditschutzverband – letztendlich via Kreditsteuer (0,8%) auch dem Finanzamt wird alles gemeldet. Nur umgekeht darf das nicht der Fall sein? Absurd.

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