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Karl-Heinz Strasser

Erwischt. Zu reich, zu schön, zu intelligent war gestern. Heute gilt zu dumm, zu dreist, zu patschert. Schüssels Gruselkabinett holt Österreich täglich aufs Neue ein. Die Korruptionsgesellschaft mit beschränkter Haftung offenbart sich in der Symbiose ehemaliger Kabinettsmitglieder. Doch sichtbar ist lediglich die Spitze des Eisberges.

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Gefälligkeiten

Im Land der Korruption wird Bestechung zur Gefälligkeit. Insidertipps gelten als Ratschlag. Freunderlwirtschaft unterstreicht Netzwerkfähigkeit. Nicht nur gekaufte Medien, quasi auch Selbstbedienungsladen für’s parteinahe Firmengeflecht.

Als Währung zählen Inserate und Aufträge. Mit großem Vorteil. Ohne Worte kennen die Nehmer den richtigen Zeitpunkt, um ihre Schuld zu begleichen. Jetzt.

Häupls Wahlkampf finanziert sich quasi von selbst. Trotz steigender Armut und teurem Wohnen. Trotz Sommerozon und täglichem Stau. Trotz Skylinkdebakel und horrender Verluste aus Fremdwährungskrediten. Kaum ein böses Wort über den ersten Bürger der Stadt. Weder Heute noch Österreich. Der Monarch von Wien hat längst seine Krone. Wien hat gut inseriert – mehr als 200 Millionen Euro in den letzten fünf Jahren.

Damit nicht genug. Auch 1964 haben Genossen langfristig gedacht. Um einen Bettel von der Gemeinde einen Teil der GEWISTA erworben. Schon finanziert jedes Plakat den roten Wahlkampf.

Das beste Plakat wäre nutzlos ohne Werbeagentur und Verlag. Quasi Berg ohne Echo und eigene wöchentliche Gratiszeitung. Montags frei Haus geliefert. Alles finanziert durch die Stadt und ihre Freunde. Kreis geschlossen. Die in Wien recht großzügige Parteienfinanzierung ist dagegen nur ein kleines Almosen.

Wien ist nicht allein. Parallelwelten existieren. Blau in Kärnten. Schwarz in Niederösterreich. Vielleicht ist deshalb rot-schwarz schon fast fix. Doch sollten Pröll und Häupl zusammen marschieren, kann Österreich kapitulieren. Anti-Korruptionsakademie in Laxenburg – ein Treppenwitz der Geschichte.

Freundschaft ohne Freunderlwirtschaft. Auch darum geht’s. Und deshalb braucht’s Grün.

Reiches Wien – Armes Wien

Wien gehört uns Allen. Wir vergessen dies oft. Allzu oft – und eigentlich ist dies der regierenden SPÖ nur recht. Denn Wien ist reich. Mit den von uns über Jahrzehnte bezahlten Steuern, Gebühren und Abgaben wurde Wien eine wirklich wohlhabende Stadt.

Die Existenz von 220.000 Gemeindewohnungen, die Wiener Stadtwerke mit einem Umsatz von jährlich knapp vier Milliarden Euro und einem Vermögen von rund 12 Milliarden zeugen davon. Ebenso wie die Wien Holding, mit ihrer Vielzahl von Unternehmen (Wiener Hafen, Wiener Messe, Therme Oberlaa, GESIBA, Tech Gate, Vereinigte Bühnen, Wiener Stadthalle etc.).

Das Budget der Stadt selbst liegt gegenwärtig bei rund 11,5 Milliarden Euro, mit Krankenanstaltenverbund und Fonds Soziales Wien kommen noch rund zwei Milliarden dazu. Unzählige Grundstücke beim WBSF, der Wirtschaftsagentur Wien (ehem. WWFF) sowie direkt bei der Stadt Wien runden das Bild ab. Wien ist reich.

Umso schlimmer ist es mit ansehen zu müssen, wie die Armut in Wien wächst. Rund 200.000 Menschen an oder unter der Armutsgrenze, 100.000 Erwerbsarbeitslose, Tausende Menschen ohne Wohnung. Fast könnte man glauben, die für ausländische Manager lebenswerteste Stadt („Mercer-Studie“) wäre arm.

In Wien ist nicht nur das private Vermögen höchst ungleich verteilt, auch der Reichtum der Stadt kommt nicht allen zugute. Gleichzeitig wird unglaublich viel Geld verschludert. Und dennoch einer profitiert immer: das „Freunderlnetzwerk“ der Wiener SPÖ.

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Irgendwann ist es genug – Herr Häupl

100.000 Euro täglich – seit Jahresbeginn. Selbst die Bundesregierung kann von solchen Summen nur träumen. Die Werbeausgaben der Stadt Wien scheinen unbegrenzt. Eine Jubelmeldung jagt die andere – allen ist eins gemein. Wien ist super, der Bürgermeister ist super, seine StadträtInnen sind super, die regierende SPÖ ist super.

Wenn meine rot-grün affinen FreundInnen mir den guten Rat geben, doch nicht immer auf die SPÖ los zu gehen, so würde ich diesen gerne beherzigen. Und es stimmt ja auch. Vieles an Wien ist schön, vieles funktioniert. Und vieles was verbesserungswürdig ist bedarf keiner bösen Untergriffe. Aber irgendwann ist es genug.

Wirtschaftskrise, Belastungspakete und Sparwahn dominieren gegenwärtig den politischen Diskurs. Unisono schwören roter Bundeskanzler und schwarzer Finanzminister die Bevölkerung auf’s „Gürtel enger schnallen“ ein. Und auch beim Bürgermeister liegt das „Wiener Belastungspaket“ schon in der Schublade.  Die Größenordnung: immerhin 800 Mio. Euro. Reicht es nicht für eine Grüne Regierungsbeteiligung werden nach der Wahl die Öffis teurer, Wasser-, Abwasser- und Müllgebühren um 20% erhöht, Sozialleistungen gestrichen. Bei der Mindestsicherung wird auf „Teufel komm raus“ kontrolliert.

Doch was macht Michael Häupl angesichts dieser Rahmenbedingungen. Ungeniert, wie niemals zuvor, finanziert sich die Wiener SPÖ aus dem Stadtbudget ihren eigenen Wahlkampf. Direkt durch unzählige Subventionen für eigene Veranstaltungen, Ausstellungen,  Vorfeldorganisationen und Inserate in Parteizeitungen. Indirekt durch die permanente Selbstbeweihräucherung mittels Werbekampagnen der Stadt Wien. Mit täglich 100.000 Euro wird den WienerInnen ins Hirn gehämmert – Wien ist super, Michael Häupl ist super.

„Danke: Wien – Meine Stadt. Unser Wien. Ihr Bürgermeister“ bringt das Faß zum Überlaufen. Während die Armut in Wien unaufhörlich steigt, läßt sich Häupl als Lebensqualitätsweltmeister abfeiern. Natürlich mit finanziellen Mitteln der Stadt.

Liebe SPÖ – mir persönlich ist es egal, was ihr mit euern Parteigeldern macht. Von mir aus könnt ihr auch 50 Millionen Euro an Inseraten verpulvern. Aber macht es mit eurem Geld. Die Stadt Wien ist kein Selbstbedienungsladen.

PS.: Und bevor sich nun die ÖVP die Hände reibt – ihr seid auch nicht besser. Der eine Pröll ist 1:1 der Häupl Niederösterreichs, der andere Pröll verschwendet ebenso wie die SpitzenkandidatIn der Wiener ÖVP als Mitglied der bundesregierung dass Geld der SteuerzahlerInnen für dümmliche Inserate.

Kein Genierer für Häupl – die SPÖ und die Wiener Volksbefragung (Teil 4)

€ 93.873,38

Die Volksbefragung ist vorbei. Das Ergebnis steht fest. Man könnte meinen, das Anfüttern der Printmedien mit Millionen ist vorbei. Doch das Gegenteil ist der Fall. Zum ‚Drüberstreuen‘ gibt’s heute (17.2.2010) knappe € 100.000,-.

Diesmal gänzlich unverschämt als Wahlwerbung für die SPÖ – anders kann der inserierte Text sechs Monate vor der Wahl nicht verstanden werden. Selbstverständlich bezahlt aus dem Stadtbudget.

Wien hat entschieden. Direkte Demokratie funktioniert. Jetzt ist es meine Aufgabe, ihren Auftrag mit meinem Team zu verwirklichen. Danke.

Dr. Michael Häupl

Spätestens jetzt sollte sich für jede/n der tiefere Sinn der Volksbefragung offenbaren – die Stadt als Selbstbedienungsladen für den „grad’n Michl“.

Alles andere sind bestenfalls mehr oder weniger erwünschte Nebenwirkungen. Hausmeister und Ganztagesschule werden an die Bundespolitik weitergereicht, über den Hundeführschein wird diskutiert, der rund um die Uhr U-Bahn Betrieb war schon vorher lediglich eine technische und keine finanzielle Frage.

Eins ist sicher. Michael Häupl muß keinen Vergleich mit seinem Kärntner Kollegen Gerhard Dörfler scheu(ch)en. Auch nicht in Bankgeschäften. Schließlich hat er schon 2001 rund um den Verkauf der Bank Austria € 1,3 Mrd. an Steuergeldern versenkt. Aber das ist eine andere Geschichte.

zum Weiterlesen

Im Hintern der Krone – die SPÖ und die Volksbefragung (Teil 3)

Scheindemokratie – die SPÖ und die Wiener Volksbefragung (Teil 2)

dumm und dreist – die SPÖ und die Wiener Volksbefragung (Teil 1)

meinem Freund Hans Dichand