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Der Tod des Schreibtischtäters

Hans Dichand ist tot. Und vom Bundeskanzler abwärts zieht die Politprominenz in ihren Kondolenzbezeugungen dieselbe Schleimspur wie schon zu Lebzeiten. Faymann, Häupl, beide Prölls, Strache, Buchner und wie sie alle heißen huldigen dem Herausgeber der Kronen Zeitung.

Große Persönlichkeit, begnadeter Blattmacher, Gespür für politische Entwicklungen, Kunstliebhaber – mit großer Bestürzung und tiefer Trauer wird auf Dichands Ableben reagiert. Dabei war Hans Dichand vor allem eines: der klassische Schreibtischtäter.

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Im Hintern der Krone – die SPÖ und die Wiener Volksbefragung (Teil 3)

Ganz gleich, wie die Volksbefragung ausgeht – Hans Dichand hat schon gewonnen. Rund ein Drittel des für die Volksbefragung zur Verfügung stehenden Werbeetats für Printmedien floss direkt in die Kronenzeitung. In Summe knappe 350.000 €, der Großteil seit 1. Februar.

Ganz gleich, wie die Volksbefragung ausgeht – Michael Häupl hat schon gewonnen.Wieder durfte er Hans Dichand innerhalb von nur 10 Tagen knapp 350.000 € überreichen. Werner Faymann hat es ihm vorgemacht. Eingenistet im Enddarm der Kronen Zeitung lebt es sich als Politiker leichter. Und niemand hat mehr Geld zur Verfügung als die Stadt Wien. Nach dem doch recht üppigem Weihnachtsgeschenk vor Jahreswechsel erhalten kleine Geschenke einfach die Freundschaft.

Es gibt Fälle, da ist selbst dem Bürgermeister, der im Budgetvoranschlag der Stadt ausgewiesene Gebarungsabgang von 800 Millionen Euro vollkommen egal. Während für sinnvolle Maßnahmen oft zuwenig finanzielle Mittel bereitgestellt werden, ist für Onkel Hans immer Geld vorhanden. Mehr als für alle anderen, wie eine Überprüfung der zum Thema Volksbefragung geschaltenen Inserate zeigt.

Ja, auch andere Zeitungen bekommen Geld. Die Anfütterung zwecks positiver Berichterstattung hat System. Doch lediglich „heute“ – geführt von Eva Dichand – konnte bei der Volksbefragung einigermaßen mithalten.

Zusammengefasst: Ein Ferrari für den Onkel – ein Mercedes für die Schwiegertochter – der Dacia Logan für den Rest.

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Scheindemokratie – die SPÖ und die Wiener Volksbefragung (Teil 2)

dumm und dreist – die SPÖ und die Wiener Volksbefragung (Teil 1)

meinem Freund Hans Dichand

Im Dezember 2009 schalteten Stadt Wien und Wiener Stadtwerke in der Kronen Zeitung umgerechnet mehr als 40 ganzseitige Inserate. Getrost können die veröffentlichten Sujets als kaum informativ bezeichnet werden. Die Kosten für die Stadt Wien lagen dafür bei ungefähr € 900.000. Fast in der selben Größenordnung bedacht wurde die Gratiszeitschrift „Heute“, wo Eva Dichand als Herausgeberin und Wolfgang Jansky (davor Mitarbeiter von Werner Faymann als Wohnbaustadtrat) als Geschäftsführer fungieren. In Summe verschleuderte die Stadt Wien für mißbräuchliche Imagekampagnen (v.a. Brauner) und dümmlicher Werbung zur Anfütterung zwecks erhoffter besserer Berichterstattung im Dezember mehr als drei Millionen Euro.

Einen ungeahnten Höhepunkt erreichte die Inseratenschaltung der Stadt Wien zwischen Weihnachten und Silvester.  Insbesondere in der Kronen Zeitung.  Angeblich gibt es über die Hintergründe dieser Schwerpunktaktion einen Briefwechsel zwischen Bürgermeister Häupl und Hans Dichand. Bedauerlicher Weise blieb dieser Schriftverkehr bislang unveröffentlicht, sodass über seinen Inhalt nur spekuliert werden kann. Gut informierten Quellen zufolge, dürfte er jedoch in etwa folgendermaßen lauten.

Lieber Hans!

Gleich vorweg – dir und deiner Familie, fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Doch was wäre der Wiener Bürgermeister, hätte er nicht gerade in der Weihnachtszeit noch ein besonderes Geschenk für dich. Schließlich soll 2010 nicht nur für dich sondern auch für mich ein erfolgreiches Jahr werden.

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